Cocktails mit Geschichte III
Ein Kosmopolit mit adligem Ursprung
Die Story hinter dem Drink
Der Negroni entstand um 1919 in Florenz, im damaligen Caffè Casoni. Dort bat der elegante und reisefreudige Graf Camillo Negroni den jungen Bartender Fosco Scarselli, seinen Americano etwas kräftiger zu mixen. Scarselli behielt daraufhin die Zutaten Wermut und Bitterlikör bei, tauschte jedoch das beim Americano verwendete Sodawasser gegen Gin und garnierte mit einer Orangenzeste statt Zitrone.
Der neue Drink sprach sich schnell herum - erst als “Americano alle moda del Conte Negroni”, später einfach als Negroni. Wenig später gründete die Familie des Grafen Negroni eine eigene Destillerie, die den populären Drink als Premix vermarktete. Heute zählt der Cocktail Negroni zu den weltweit bekanntesten Aperitif-Drinks - harmonisch, fruchtig-bitter und in der ganzen Welt zu Hause.
Was ist das Besondere an diesem Drink?
Der Negroni lebt von seiner einfachen Rezeptur: Drei gleiche Teile Gin, süßer Wermut und Bitterlikör. In Summe ergeben diese drei Solisten ein überraschendes Konzert aus harmonischer Bitterkeit, Süße und Struktur. Die Einfachheit dieses Drinks sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Qualität der Zutaten über Erfolg oder Disaster entscheidet.
Ein hochwertiger London Dry Gin bringt Struktur, Länge und Klarheit in den Drink - das wacholderbetonte Rückgrat des Drinks. Ein komplexer, hochwertiger Wermut hingegen liefert eine tiefe Kräuternote und Süße, die von der fruchtigen Bitterkeit des Campari perfekt ausbalanciert wird.
Last but not least spielt auch das Eis eine entscheidende Rolle: Nur gut gefrorenes, möglichst trockenes Eis kühlt den Drink effektiv - ohne ihn zu sehr zu verwässern. Wer beim vermeintlich so “simplen” Negroni auf Perfektion bedacht ist, benötigt Liebe und Qualität bei jedem Detail.
Thomas Kraft | GBS
Unser GBS-Rezept für den Negroni:
- 3 cl Dry Gin (z.B. Beefeater London Dry Gin)
- 3 cl Sweet Vermouth (z.B. Carpano Antica Formula)
- 3 cl Campari
- Glas: Tumbler
- Technik: Gerührt
- Garnitur: Orangenzeste oder Dry Orange

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